Pharmacie im BDSM – Lust verstärken, Kontrolle bewusst verlieren
Der gezielte Einsatz von Substanzen im BDSM – oft als Pharmacie bezeichnet – ist ein Feld voller Reize, aber auch voller Verantwortung. Denn hier geht es nicht nur um körperliche Reaktionen, sondern um das bewusste Spiel mit Wahrnehmung, Kontrolle und Hingabe. Ein klarer Kopf wird weich. Der Körper wird offen. Und plötzlich fühlt sich alles intensiver an.
Poppers sind dabei die wohl bekannteste und am häufigsten eingesetzte Substanz: eine flüchtige Flüssigkeit, die inhaliert wird, um Muskelspannung (vor allem im Analbereich) zu lösen und die Reizempfindlichkeit zu erhöhen. Die Wirkung setzt fast unmittelbar ein – der Kreislauf beschleunigt sich, das Denken verlangsamt sich, der Moment wird größer. Für viele ist genau das der Kick: eine bewusste Entgleisung – für kurze Zeit, unter Kontrolle.
Der Reiz liegt im Kontrollverlust.
Das Herz schlägt schneller, die Muskeln werden weich, die Gedanken verschwimmen – du bist plötzlich ganz im Körper, ganz im Jetzt. Für viele ein Einstieg in einen tieferen Subspace, für andere ein gezielter Kick, um das eigene Loslassen zu intensivieren.
Pharmacie im BDSM bedeutet Verantwortung.
Was lustvoll und öffnend wirken kann, darf niemals leichtfertig oder aus Gruppenzwang geschehen. Die Devise lautet: Wissen, absprechen, beobachten. Erst dann entfaltet sich das volle Potenzial dieser intensiven Spielart.
Varianten: Poppers und vergleichbare Mittel lassen sich kombinieren mit Analspielen, Fesselungen, Langzeiterziehungoder als Bestandteil von einem Sensorik-Training. Besonders intensiv wird es, wenn der Einsatz nicht als Hilfsmittel, sondern als Teil der Machtstruktur begriffen wird: „Du atmest – weil ich es dir erlaube. Und du spürst – weil ich es will.“
