Cutting

Cutting – Schmerz als Kunst, Berührung unter der Haut

Cutting ist eine besondere, stille und zugleich sehr intensive Form von BDSM – eine Spielart, die weit über klassischen Schmerz hinausgeht. Es geht nicht um bloße Verletzung, sondern um Ausdruck. Um Spüren. Um eine tiefe Verbindung zum eigenen Körper – oder zur Kontrolle über den eines anderen. Ein Schnitt ist mehr als ein Reiz: Er ist sichtbar, bleibt eine Weile oder für immer – und kann zum Zeichen, zum Schmuck, zum Bekenntnis werden.

Cutting gehört zu den Praktiken, die man können sollte. Nicht nur technisch – sondern auch emotional. Wer schneidet, muss wissen, was er tut. Und wer sich schneiden lässt, sollte sich im Klaren sein, was es bedeutet, den eigenen Körper zu öffnen – für eine andere Person, für ein Gefühl, für eine Form von Hingabe.

Durch Cutting entsteht ein besonderer Reiz: Schmerz, der nicht schockt, sondern sich einschleicht. Konzentration, Atmung, Fokus. Für manche wird der Schmerz selbst zur meditativen Erfahrung. Andere spüren sich überhaupt erst dadurch – tiefer, klarer, echter. Es gibt sogar Menschen, die – durch einen seltenen Gendefekt – keinen Schmerz empfinden. Umso bedeutungsvoller ist für alle anderen: Wer sich schneidet oder schneiden lässt, geht bewusst an Grenzen.

Cutting kann auch Bodymodification sein.
Durch gezielte Schnitte lassen sich Muster, Linien, Schriftzüge oder Ornamente auf der Haut gestalten – temporär oder mit narbiger Erinnerung. Gerade in D/s-Beziehungen kann das eine tiefe Symbolik tragen: ein Zeichen der Zugehörigkeit, des Vertrauens, der Freigabe des Körpers.

Varianten: Cutting kann leise und rituell sein – oder Bestandteil eines Machtspiels. Es lässt sich mit Fesselung, Atemkontrolle, Eigentumsritualen oder spirituellen Elementen verbinden. Besonders intensiv wird es, wenn jede Linie etwas bedeutet: ein Gedanke, ein Versprechen, ein Beweis von Kontrolle oder Hingabe. Dann ist Cutting nicht nur Schmerz – sondern Sprache, sichtbar unter der Haut.