Tunnelspiele – Schmerz, der dich formt
Tunnelspiele gehören zu den extremen Praktiken im BDSM – nicht wegen eines einzelnen Reizes, sondern wegen ihrer Struktur: Du musst hindurch. Es gibt keinen Ausweg. Kein Abkürzen, kein Anhalten. Nur den Weg – und das, was er mit dir macht. Der Körper wird Reizen ausgesetzt, die dauerhaft wirken: Hitze, Schärfe, Brennen, Stechen – immer wieder, immer weiter. Bis der Verstand aufgibt und der Körper in den Trancezustand übergeht.
Ob mit Brennnesseln, Chili-Ölen, Reibung, Wärme, Reizcremes oder stechenden Oberflächen – entscheidend ist nicht das Mittel, sondern die Unausweichlichkeit. „Du hast den Tunnel betreten – und jetzt gehst du hindurch. Bis zum Ende.“
Der Reiz liegt im Unvermeidlichen.
Die Kunst dieser Spielart liegt nicht im Einzelnen – sondern in der Wiederholung. Der passive Teil weiß, dass er nichts stoppen, nichts umgehen, nichts verhindern kann. Er kann nur erleben. Nur fühlen. Nur durchhalten. Und genau das öffnet einen Raum, der mit Worten kaum zu beschreiben ist – ein Zustand zwischen Körper und Geist, außerhalb der Zeit.
Varianten: Tunnelspiele lassen sich kombinieren mit Langzeiterziehung, Züchtigung oder Masochismusritualen. Besonders kraftvoll wirken sie, wenn sie in ein Szenario eingebettet sind: „Du willst dazugehören? Dann geh durch den Schmerz, ohne ein Wort. Und du wirst verändert wieder auftauchen.“
